SPD-Ratsfraktion Northeim: Schulessen darf keine Frage des Geldbeutels sein – Eltern nicht zusätzlich belasten
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Northeim spricht sich dafür aus, die Elternentgelte für die Mittagsverpflegung an den Northeimer Grundschulen nicht zu erhöhen. Gleichzeitig setzt sich die SPD dafür ein, die Schulverpflegung langfristig strukturell weiterzuentwickeln und perspektivisch den Aufbau einer kommunalen Zentralküche zu prüfen.
Eine mögliche Entgeltanpassung wird Thema im städtischen Ausschuss für Bildung, Kultur und Städtepartnerschaften am kommenden Donnerstag, den 19. März 2026, sein. „Ein warmes Mittagessen in der Schule ist kein Luxus, sondern Teil guter Bildung und sozialer Teilhabe. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten dürften Familien nicht zusätzlich belastet werden“, betont der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Northeim, Sebastian Penno.
Die Mittagsverpflegung ist ein zentraler Bestandteil des Ganztagsangebots an den Northeimer Grundschulen. Sie ermöglicht Kindern eine verlässliche Versorgung während des Schultages und unterstützt Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Kostenanalyse für das Jahr 2025, dass die Schulverpflegung derzeit nicht kostendeckend betrieben werden kann.
Die Mitglieder der SPD-Ratsfraktion Northeim erkennen an, dass steigende Lebensmittelpreise, höhere Personalkosten durch den Mindestlohn sowie allgemeine Kostensteigerungen im Energie- und Logistikbereich die Situation erschweren. Dennoch hält die Fraktion eine Preiserhöhung für Familien aktuell für das falsche Signal. „Wenn wir die Preise erhöhen, riskieren wir, dass Kinder vom Mittagessen abgemeldet werden. Das kann nicht unser Ziel sein. Gerade mit dem kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027 müssen wir sicherstellen, dass alle Kinder am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen können“, so die schulpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Northeim, Franziska Lawrenz.
Die SPD unterstützt daher, dass der notwendige Zuschuss weiterhin aus kommunalen Haushaltsmitteln getragen wird. Gleichzeitig muss die Kostenentwicklung regelmäßig überprüft werden.
Neben der aktuellen Entscheidung zur Gebührenfrage sieht die SPD vor allem strukturellen Handlungsbedarf bei der Organisation der Schulverpflegung. Derzeit bestehen an den Schulen unterschiedliche Versorgungssysteme, wodurch Qualität, Abläufe und Kosten teilweise stark variieren.
Die SPD spricht sich deshalb dafür aus, die zukünftige Organisation der Verpflegung strategisch weiterzuentwickeln. Eine mögliche langfristige Lösung sieht die Fraktion im Aufbau und Betrieb einer kommunalen Zentralküche, deren Umsetzbarkeit ernsthaft geprüft werden sollte. „Eine kommunale Zentralküche kann langfristig mehrere Vorteile wie eine gleichbleibend hohe Qualität, bessere Kontrolle der Standards, mehr regionale Produkte und effizientere Abläufe bringen“, betont Marek Wischnewski, SPD-Fraktionssprecher im Ausschuss für Bildung, Kultur und Städtepartnerschaften.
„Unser Ziel ist eine Schulverpflegung, die sozial gerecht, qualitativ hochwertig und langfristig wirtschaftlich tragfähig ist. Kurzfristig dürfen Familien nicht zusätzlich belastet werden. Langfristig müssen wir aber Strukturen schaffen, die Qualität und Effizienz miteinander verbinden“, so Wischnewski abschließend.