Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Northeim haben gemeinsam einen Antrag gestellt, mit dem geprüft werden soll, ob das bestehende Kopfsteinpflaster im Stadtgebiet durch Abschleifen bzw. Fräsen barriereärmer gestaltet werden kann. Vorbild ist ein Verfahren, das unteranderem seit 2025 bereits in Berlin erprobt wird.

Kopfsteinpflaster prägt viele historische Bereiche der Northeimer Innenstadt und ist ein wichtiges Element des Stadtbildes. Gleichzeitig stellen unebene Pflasterflächen für Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Gehhilfe oder Kinderwagen häufig eine erhebliche Barriere dar. Entsprechende Rückmeldungen, insbesondere zur Fußgängerzone, erreichen die Ratsfraktionen regelmäßig. Auch für Radfahrende ist die Nutzung des Kopfsteinpflasters wie beispielsweise in der Hagenstraße oft beeinträchtigt.

Mit ihrem gemeinsamen Antrag beauftragen SPD und Grüne den Bürgermeister zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen ein Abschleifen des vorhandenen Pflasters möglich ist. Konkret soll unter anderem untersucht werden, ob das Northeimer Kopfsteinpflaster technisch für das Verfahren geeignet ist, welche Auswirkungen es auf Griffigkeit, Ebenheit, Entwässerung, Lärm, Haltbarkeit und Verkehrssicherheit hat, ob dadurch die Barrierefreiheit spürbar verbessert werden kann, welche denkmalrechtlichen und städtebaulichen Belange zu beachten sind und ob eine Erprobung auf einer geeigneten Teilfläche in Northeim möglich wäre. Bei der Prüfung sollen der Beirat für Menschen mit Behinderung, der Seniorenrat und der Sanierungsbeirat frühzeitig einbezogen werden. Die Ergebnisse, einschließlich einer Kostenschätzung, sollen rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen 2027 vorliegen.

Als Vorbild dient Berlin, wo seit 2025 bereits rund 1,2 Kilometer Kopfsteinpflaster bzw. etwa 6.000 Quadratmeter Fläche mit einer diamantbestückten Schneidwelle bearbeitet wurden. Die Pflastersteine bleiben dabei erhalten, ihre Oberfläche wird jedoch in mehreren Durchgängen millimeterweise geglättet. Feine Rillen sollen zugleich die Rutschfestigkeit bei Nässe verbessern.

„Uns geht es darum, das historische Bild zu bewahren und gleichzeitig einen echten Beitrag zur Barrierefreiheit zu leisten,“ erklärt Nick Hartmann, Fraktionsmitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Und Sebastian Penno, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion Northeim, ergänzt: „Wenn die Prüfung positiv ausfällt, können wir kurzfristig reagieren und so für eine konkrete Verbesserung, insbesondere in unserer Innenstadt, sorgen.“