Die SPD-Ratsfraktion lehnt die weiterhin durch FDP und CDU geforderte Einleitung von Wasser aus der Selde in die Northeimer Wallteiche nach wie vor ab. Nach Auffassung der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten belegen die vorliegenden Untersuchungen und das Gutachten vom 15. September 2025 eindeutig, dass die Maßnahme weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll wäre. „Nur weil man etwas immer wieder behauptet, wird es nicht wahr“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Northeim, Sebastian Penno, mit Blick auf die immer noch bestehende Diskussion um die Einleitung der Selde in die Wallteiche.

Die vorliegenden fachlichen Erkenntnisse sprechen eine klare Sprache. Denn eine wesentliche Verbesserung der Wasserqualität der Wallteiche ist durch die Einleitung von Seldewasser nicht zu erwarten. „Deshalb wäre es nur folgerichtig, wenn der Rat der Stadt Northeim seinen Beschluss zurücknehmen würde“, fordert Penno.

Die Untersuchungen aus August und September 2025 zeigen demnach, dass das Wasser der Selde hinsichtlich verschiedener relevanter Parameter dem Wasser der Wallteiche sehr ähnlich ist. Gleichzeitig weisen die Wallteiche unter anderem ein erhöhtes Algenwachstum, hohe Trübungswerte und erhöhte pH-Werte auf. Ein kritischer Sauerstoffmangel wurde hingegen nicht festgestellt. Entscheidend ist damit nicht ein fehlender Wasserzufluss, sondern die interne Nährstoffbelastung der Wallteiche. Insbesondere die Freisetzung von Phosphor aus den Sedimenten fördert das Algenwachstum. Das vorliegende Gutachten empfiehlt deshalb die Entschlammung der Teiche und die Entfernung phosphorhaltiger Sedimente. Auch eine Anpassung des Fischbesatzes sowie weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffbelastung werden als zielführend angesehen. Die Einleitung von Seldewasser beseitigt dagegen die eigentliche Ursache der Belastung nicht. „Wenn die Ursache der Probleme in den phosphorhaltigen Sedimenten liegt, muss auch dort angesetzt werden“, betont SPD-Bürgermeisterkandidat Holger Lambrecht.

Auch wirtschaftlich sei das Projekt nicht zu rechtfertigen. Die aktualisierte Kostenschätzung aus 2025 beläuft sich inzwischen auf über eine halbe Million Euro, Tendenz steigend. „Viel Geld für wenig Nutzen zu verbrennen ist gegenüber den Northeimerinnen und Northeimern einfach nur verantwortungslos“, kommentiert Lambrecht abschließend.