Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Northeim hat eine klare Botschaft in der aktuell wieder neu entflammten Hallenbaddebatte: Northeim braucht ein neues Hallenbad mit sechs 50-Meter-Bahnen und am Standort der alten Schuhwallhalle! „Wir sollten endlich die Wunschträume verlassen und uns an den Fakten orientieren“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Sebastian Penno. „Der Kiessee ist weder kurzfristig verfügbar noch baureif, noch ist er die wirtschaftlich oder inhaltlich bessere Alternative. Wer dort ein Hallenbad bauen will, muss den Bürgerinnen und Bürgern auch ehrlich sagen, dass zusätzliche Millionen für Grundstück, Erschließung, Hochwasserschutz und Verkehr notwendig wären.“

Auch die Nutzerinnen und Nutzer des Hallenbades und die Vereine haben ebenfalls deutlich gemacht, dass ein leistungsfähiges Sportbad mit 50-Meter-Bahnen nur am Schuhwall sinnvoll sei. Dieser Position hatte sich die Mehrheit des Northeimer Stadtrates auch im vergangenen Jahr angeschlossen. Besonders kritisch sieht die SPD die im Rahmen der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten in der Northeimer Stadthalle am vergangenen Dienstag wieder aufgeflammte Diskussion um einen möglichen Standort am Großen Freizeitsee. „Wer behauptet, ein Investor am Kiessee könne besonders schnell und günstig bauen, entzieht sich einer sachlichen Prüfung der Fakten“, erklärt SPD-Bürgermeisterkandidat Holger Lambrecht.

Mehrere zentrale Punkte stehen der Idee eines Hallenbades am Kiessee entgegen: So befinden sich die benötigten Flächen nicht im Eigentum der Stadt, Teile der Flächen werden weiterhin für den Kiesabbau genutzt, der angedachte Bereich ist nicht für den Bau eines Hallenbades erschlossen, der Bebauungsplan müsste geändert werden, die Fragen rund um das Überschwemmungsgebiet und Grundwasser sind nicht zu leugnen, sodass umfangreiche Gründungs- und Abdichtungsmaßnahmen erforderlich wären, Strom, Wasser, Abwasser und weitere Infrastruktur müssten erschlossen werden und auch die Verkehrsanbindung müsste neu geschaffen beziehungsweise dauerhaft ausgebaut werden. „Wer all diese Punkte ausblendet, macht keine verantwortungsvolle Kommunalpolitik. Wir reden hier nicht über ein Grundstück, auf dem man morgen den Bagger bestellen kann. Und ausgerechnet diejenigen, die sonst bei jeder zusätzlichen Ausgabe den Untergang des städtischen Haushalts beschwören, wollen plötzlich einen Standort wählen, der deutlich teurer wird. Das passt nicht zusammen,“ so Lambrecht weiter.
 

Die Nähe zur Jugendherberge, zu den Sportanlagen und zum bestehenden Sportstandort ist ein entscheidender Vorteil für den jetzigen Standort. Ein Hallenbad am Schuhwall ist in die vorhandene Infrastruktur integriert. „Wir sollten nicht sehenden Auges Strukturen schwächen, die für Northeim wichtig sind. Die Nähe von Jugendherberge, Sportanlagen und Hallenbad ist ein Standortvorteil, den wir nicht leichtfertig aufgeben dürfen. Während in unserer Region zahlreiche Spaßbäder vorhanden sind, ist unser Sportbad ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal“, betont Hans-Jürgen Meusch, SPD-Fraktionssprecher im städtischen Ausschuss für Jugend, Sport, Freizeit und Soziales.

Das Hallenbad soll laut SPD auch ein Sportbad bleiben. Northeim braucht ein leistungsfähiges Hallenbad für Schulen, Vereine und Schwimmsport, aber kein neues Bad, mit dem am Ende die beiden bestehenden Freibäder ausgespielt werden. Die Folge wäre die Schließung eines oder beider Northeimer Freibäder. Und nicht zuletzt ist die Bäderstruktur in Northeim eine soziale Frage. „Ein investorengeführtes Spaßbad am Kiessee hätte Eintrittspreise, die unsere aktuellen Eintrittspreise um ein Vielfaches übersteigen würden. Damit würde Schwimmen zum Luxusgut. Deshalb ist klar: Nur mit einer starken SPD und Holger Lambrecht als Bürgermeister bleibt ein klares Bekenntnis für unser Hallenbad am Schuhwall bestehen“, betont Sebastian Penno abschließend.